UPI 46 Gesundheitsabgaben
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UPI-Bericht 46

"Kostenumschichtung im Gesundheitswesen durch Anwendung des Verursacherprinzips - Vorschläge für eine Finanzreform im Gesundheitswesen durch Gesundheitsabgaben"


Zusammenfassung
Die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen in der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von rund 260 Milliarden DM pro Jahr werden heute zu ca. 98% durch Abgaben auf Arbeit erhoben. Die Beitragsätze der gesetzlichen Krankenversicherungen stiegen von ca. 6% in den 50er Jahren auf knapp 14% heute. Von der gesamten Bruttolohnsumme in der Bundesrepublik Deutschland sind heute nur noch 44% Nettolohn, 56% sind Abgaben und Steuern.

War in Zeiten der Vollbeschäftigung die fast vollständige Finanzierung des Gesundheitswesens durch Abgaben auf den Faktor Arbeit noch sinnvoll, erlauben die Ergebnisse der modernen Risikoforschung heute, verursachergerechtere Finanzierungsmodelle zu realisieren.

Die vorliegende Studie analysiert deshalb am Beispiel ausgewählter risikoreicher Verhaltensweisen, wie hoch die dadurch verursachten volkswirtschaftlichen Kosten sind und untersucht, ob diese Kosten den Verursachern angelastet werden können.

Im Folgenden eine Auswahl an Grafiken und Tabellen aus dem Bericht:

Gesundheitsschäden Rauchen (22080 Byte)

 

Rauchgewohnheiten  

des

Ehepartners
Studie, Jahr Nichtraucher Leichte Schwere Raucher
Correa et al, 1983

1,00

1,20

3,50

Trichopoulos et al, 1983

1,00

2,40

3,40

Inoue et al, 1985

1,00

1,20

3,40

Pershagen et al, 1987

1,00

1,00

3,20

Dalager et al, 1986

1,00

1,40

2,70

Lam et al, 1987

1,00

2,20

2,10

Akiba et al, 1986

1,00

1,40

2,10

Wu et al, 1985

1,00

1,20

2,00

Garfinkel et al, 1985

1,00

1,10

2,00

Hirayama, 1984

1,00

1,40

1,90

Humble et al, 1987

1,00

2,00

1,60

Koo et al, 1987

1,00

1,90

1,20

Garfinkel, 1981

1,00

1,30

1,10

Janerich et al, 1990

1,00

1,00

1,10

Tabelle 9: Relatives Mortalitätsrisiko für Lungenkrebs von Ehepartnern von Rauchern, aus Hirayama 1987, nach Lee, 1993

 

Tabelle 62  zeigt zusammengefaßt die in der Bundesrepublik Deutschland durch den Kraftfahrzeugverkehr verursachten Gesundheitsschäden.
        
Personenschäden Kfz-Verkehr BRD

Fälle

Einheit
Todesfälle, PM10, Anteil Verkehr

25 500

Todesfälle/Jahr
Todesfälle, Lungenkrebs Dieselruß

8 000

Todesfälle/Jahr
Todesfälle, Sommersmog, Anteil Verkehr

1 900

Todesfälle/Jahr
Todesfälle, Herzinfarkt durch Lärm

2 000

Todesfälle/Jahr
Todesfälle, Unfälle

8 758

Todesfälle/Jahr
Todesfälle, gesamt

46 000

Todesfälle/Jahr
Schwerverletzte, Unfälle

116 456

Verunglückte/Jahr
Leichtverletzte, Unfälle

376 702

Verunglückte/Jahr
Chronische Bronchitis (Erw.)

220 000

Krankheitsfälle/Jahr
Betroffene, gesamt

760 000

Personen/Jahr

Tabelle 62: Personenschäden durch den Kraftfahrzeugverkehr in der Bundesrepublik Deutschland pro Jahr, 1996
Tabelle 1  zeigt die in dieser Studie berechneten volkswirtschaftlichen Kosten durch Verursachern zuordenbare Gesundheitsschäden
Ursache Reproduktionskosten Ressourcenausfallkosten Summe
Rauchen

30,6

38,4

68,9

Alkohol

1,7

8,3

10,0

Zucker

9,0

0,0

9,0

Fleisch/tierische Fette

4,9

8,1

13,0

Kraftfahrzeugverkehr

11,0

49,2

60,2

Summe

57,1

104,0

161,1


Tabelle 1: Verursachern zuordenbare volkswirtschaftliche Kosten durch Gesundheitsschäden in der Bundesrepublik Deutschland, Milliarden DM/Jahr


Durch Erhebung von Gesundheitsabgaben auf diese Produkte ließe sich bei stufenweiser Einführung der vorgeschlagenen Abgabesätze im 1. Jahr ein Aufkommen von 15 Milliarden DM und im zehnten Jahr von 110 Milliarden DM erzielen (Tabelle 2). Die Tabelle zeigt die Wirkungen der vorgeschlagenen Gesundheitsabgaben  bei stufenweiser Einführung über 10 Jahre:

 

Produkt    

Preis

Gesundheits- abgabe

Aufkommen

Vermeidung

 

wann

Einheit

DM/ Einheit

DM/ Einheit

Mrd DM/Jahr

in %

Zigaretten

heute

Zigaretten

0,25

0

0,0

0,0

 

10. Jahr

Zigaretten

0,75

0,50

30,3

-58,0

Branntwein

heute

Liter Alkohol

50

0

0,0

0,0

(als Alkohol)

10. Jahr

Liter Alkohol

110

60

8,5

-25,1

Zucker

heute

kg

1,70

0

0,0

0,0

 

10. Jahr

kg

4,70

3,00

6,0

-26,0

Benzin

heute

Liter

1,60

0

0,0

0,0

 

10. Jahr

Liter

2,40

0,80

28,5

-11,6

Diesel

heute

Liter

1,20

0

0,0

0,0

 

10. Jahr

Liter

2,30

1,10

28,7

-14,9

Fleisch (Massen-

heute

kg

11,0

0

0,0

0,0

tierhaltung)

10. Jahr

kg

12,0

1,00

7,5

-3,6

Gesamtsumme

heute

     

0,0

 

Aufkommen

1. Jahr

     

15,9

 

pro Jahr

5. Jahr

     

66,2

 
pro Jahr

10. Jahr

     

109,6

 

Tabelle 2: Aufkommen aus den vorgeschlagenen Gesundheitsabgaben in der
Bundesrepublik Deutschland bei stufenweiser Einführung über 10 Jahre

Durch die Gesundheitsabgaben würde nach 10 Jahren der Konsum von Zigaretten um ca. 58%, der von Branntwein um 25%, von Zucker um 26%, von Benzin um 12%, von Diesel um 15% und von Fleisch um 4% zurückgehen. 


Im Folgenden einige der 50 Grafiken, die im Bericht näher erläutert werden:

Kosten durch Gesundheitsschäden (21351 Byte)

upi46Tabak.gif (16221 Byte)

upi463.gif (16659 Byte)

Mit dem Aufkommen aus den Gesundheitsabgaben könnten die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung von heute 14 % auf 8,5 % des Bruttolohns gesenkt werden. Dies entspricht einer Reduzierung der durch die Krankenversicherung verursachten Lohnnebenkosten um über 40%. 

Vorschlag Gesundheitsabgaben (32026 Byte)

Zusammenhang Lohnnebenkosten und Arbeitslosenrate (10229 Byte)

In einer Umfrage des FOCUS im März 2003 plädierten 68% dafür, jede Zigarettenschachtel um einen Euro teurer zu machen, um damit die Krankenkassen-Beiträge zu senken. Nur 27 Prozent der Befragten lehnten diesen Vorschlag ab.

Inhaltsverzeichnis  UPI-Bericht 46 Seite
1 Zusammenfassung 1
2 Einleitung 3
3 Das System der Sozialversicherung 3
3.1 Situation in der Bundesrepublik Deutschland 3
3.2 Situation in anderen Ländern 6
3.3 Alternativen für die Bundesrepublik Deutschland 11
4 Gesundheitsabgaben 11
4.1 Allgemeine Aspekte 11
4.2 Rechtliche Grundlagen 14
4.3 Ökonomische Auswirkungen einer Gesundheitsabgabe: 16
5 Rauchen 20
5.1 Gesundheitliche Auswirkungen 20
5.2 Passivrauchen 26
5.3 Volkswirtschaftliche Kosten durch Rauchen 27
5.4 Tabaksteueraufkommen 33
5.5 Gesundheitsabgabe auf Tabak 35
6 Alkohol-Konsum 38
6.1 Gesundheitliche Auswirkungen 38
6.2 Volkswirtschaftliche Kosten durch Alkoholkonsum 45
6.3 Alkoholsteueraufkommen 46
6.4 Gesundheitsabgabe auf Alkohol 47
7 Zucker 49
7.1 Gesundheitliche Auswirkungen 49
7.2 Volkswirtschaftliche Kosten durch Verzehr von Zucker 51
7.3 Gesundheitsabgabe auf Zucker 51
8 Konsum von Fleisch und tierischen Fetten 53
8.1 Gesundheitliche Auswirkungen 53
8.2 Volkswirtschaftliche Kosten durch Verzehr tierischer Produkte 62
8.3 Gesundheitsabgabe auf Fleisch 64
8.4 Antibiotika-Resistenzen durch Massentierhaltung 65
8.5 Alternative: Massentierhaltungs-Abgabe 68
9 Kraftfahrzeugverkehr 71
9.1 Gesundheitsschäden durch Verkehrsemissionen 71
9.2 Krebsentstehung durch Diesel-Abgase 78
9.3 Lärmschäden 94
9.4 Straßenverkehrsunfälle 97
9.5 Volkswirtschaftliche Kosten durch den Kfz-Verkehr 99
9.6 Mineralölsteueraufkommen 100
9.7 Gesundheitsabgabe Straßenverkehr 103
10 Sportverletzungen 108
10.1 Gesundheitliche Auswirkungen 108
10.2 Möglichkeit der Anwendung des Verursacherprinzips bei Sportverletzungen 110
11 Tabellenverzeichnis 113
12 Literatur 124

 

UPI-Bericht 46 "Kostenumschichtung im Gesundheitswesen durch Anwendung des
Verursacherprinzips - Vorschläge für eine Finanzreform im Gesundheitswesen" :
124 Seiten, 50 Grafiken, 66 Tabellen, 226 Literaturstellen, 4. Aufl. Oktober 2001, 14,- Euro

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